Stranger #004 - Rebecca

Für das vierte Porträt des Projekts habe ich endlich mal eine Frau vor die Linse bekommen. Bisher hatten die Männer deutlich unkomplizierter und offener reagiert. Ich entdeckte Rebecca vor der Stadtbibliothek. Sie saß in der Sonne, las ein Buch und wartete auf darauf, dass die Bibiothek aufmachte. Ich stellte mich vor, erzählte ihr von meinem Projekt und nach kurzem Zögern war sie damit einverstanden fotografiert zu werden. Ich hatte nicht das Gefühl, dass sie sich sonderlich wohl vor der Kamera fühlte und sie war allgemein eher schüchtern als extrovertiert. Während ich durch den Sucher sah erzählte ich etwas über die Entfernung der Liebesschlösser direkt in der Nähe und die Rettungsaktion für ein davon betroffenenes Schloss, die ich beobachtet hatte. Es half nur bedingt und letztendlich bin ich nicht ganz glücklich mit dem Ergebnis. Ich hoffe aber, dass die Sepia-Färbung gut zu Rebeccas Ausdruck passt. Nach dem Shooting bedankte ich mich bei ihr und wünschte ihr noch einen schönen, sonnigen Tag. Nachdem die Kamera nicht mehr auf sie gerichtet war wirklte sie auch gleich viel entspannter. Im Umgang mit den Models habe ich noch viel zu lernen. Ich fürchte ein Problem war auch die Entfernung zwischen Model und Kamera. Mit der 35mm Festbrennweite konnte ich keinen all zu großen Abstand halten und viele Menschen verkrampfen, wenn eine Kamera zu nah vor ihnen ist. Häufig nutze ich daher lieber mein 55-200mm Zoomobjektiv, was aber in Sachen Lichtstärke bei weitem nicht mithalten kann. Eine 50mm Festbrennweite ist bereits in Planung.

Stranger #004 - Rebecca
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